Wer eine Logistikimmobilie kaufen will, trifft eine Entscheidung für viele Jahre: Standort, Hallentechnik und Mietvertrag bestimmen, ob sich das Objekt für den eigenen Betrieb rechnet oder als Kapitalanlage stabile Erträge bringt. Gleichzeitig sind gute Flächen in den Ballungsräumen knapp, und viele Angebote erreichen den offenen Markt nie. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das passende Objekt für Ihre Anforderungen finden und welche Punkte Sie auf dem Weg zum Kauf unbedingt beachten sollten.
- Gefragter, aber enger Markt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 3,3 Millionen Quadratmeter Lager- und Logistikfläche umgesetzt, 23 Prozent mehr als im Vorjahr.1 Moderne Flächen in Top-Lagen bleiben trotzdem knapp.
- Lage schlägt initiale Ausstattung: Autobahnanbindung, Arbeitskräfte vor Ort und ein Bebauungsplan, der Betrieb rund um die Uhr erlaubt, lassen sich nachträglich kaum verbessern.
- Technik entscheidet über die Drittverwendung: Hallenhöhe, Bodentraglast, Anzahl der Tore und Brandschutz bestimmen, ob und wie sich die Halle später an andere Nutzer vermieten oder verkaufen lässt.
- Kaufnebenkosten einplanen: Grunderwerbsteuer zwischen 3,5 und 6,5 Prozent sowie Notar und Grundbuch kommen zum Kaufpreis hinzu. Bei einer Halle für 6 Millionen Euro sind das je nach Bundesland allein dafür rund 270.000 bis 480.000 Euro.
- Erst prüfen, dann unterschreiben: Eine sorgfältige Kaufprüfung (Due Diligence) deckt Altlasten und Sanierungsstau auf, bevor sie teuer werden. Ist die Halle vermietet, gehören auch die bestehenden Mietverträge dazu, denn sie gehen mit dem Kauf auf Sie über.
Logistikimmobilie kaufen: Der Markt im Überblick
Logistikimmobilien gehören neben Wohnen und Büro zu den wichtigsten Anlageklassen in Deutschland. Onlinehandel, robustere Lieferketten mit größeren Pufferlagern und die Modernisierung veralteter Bestände halten die Nachfrage hoch. Haupttreiber sind Logistikdienstleister mit 44 Prozent des Flächenumsatzes, gefolgt von produzierenden Unternehmen mit 30 Prozent und dem Handel mit 19 Prozent.1
Auf der Investmentseite flossen im ersten Halbjahr 2026 knapp 3 Milliarden Euro in Logistikimmobilien, rund ein Fünftel des gesamten gewerblichen Investmentvolumens.2 Die Spitzenrendite stieg dabei auf 4,60 Prozent, nach 4,25 Prozent ein Jahr zuvor.2 Für Käufer heißt das: Die Preise haben sich gegenüber den Rekordjahren normalisiert, gute Objekte bleiben aber umkämpft.
Regional zeigen sich große Unterschiede. München ist mit einer Spitzenmiete von 11,25 Euro pro Quadratmeter der teuerste Logistikstandort Deutschlands, Frankfurt und Hamburg liegen bei 8,80 Euro, Leipzig bei 5,70 Euro.1 In den Ballungsräumen entstehen kaum noch große Neubauten. Das Angebot verlagert sich auf kleinere Hallen, Bestandsobjekte und die Wiederbelebung ehemaliger Industrieflächen (Brownfields).
Diese Arten von Logistikimmobilien gibt es
Logistikimmobilie ist ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Gebäude. Wer eine Halle kaufen möchte, sollte deshalb zuerst klären, welche Bauform zum Vorhaben passt. Sie bestimmt, welche Technik Sie brauchen, wie hoch die Investition ausfällt und wie leicht sich die Halle später an andere Nutzer vermieten oder verkaufen lässt.
Lager- und Distributionshallen
Der Klassiker unter den Logistikimmobilien sind großflächige Hallen ab etwa 10.000 Quadratmetern, oftmals in der Nähe von Autobahnknoten. Hier wird Ware gelagert, kommissioniert und an Handel oder Endkunden verteilt. Weil sich moderne Distributionshallen für viele Nutzer eignen, finden sie bei einem Auszug vergleichsweise schnell neue Mieter. Wer eine solche Lagerhalle kaufen will, sollte vor allem auf Hallenhöhe, Toranzahl und Rangierflächen achten: Diese Werte entscheiden, ob die Halle auch in 15 Jahren noch gefragt ist.
Umschlag- und Cross-Dock-Hallen
In diesen Hallen wird Ware nicht gelagert, sondern direkt von einem Fahrzeug auf das nächste verladen. Vor allem Paketdienste und Speditionen setzen auf diese Bauform. Der Wert dieser Gebäudeart hängt stark von der Lage im Verkehrsnetz und von großen Rangierflächen ab. Die Halle selbst ist meist schmal und niedrig und eignet sich deshalb nur eingeschränkt für klassische Lagerung.
Hochregallager
Hochregallager wachsen in die Höhe statt in die Grundfläche und erreichen oft 30 Meter und mehr. Sie sind meist automatisiert und auf einen bestimmten Betreiber zugeschnitten. Für Eigennutzer ist das ein effizientes Konzept. Kapitalanleger tragen dagegen ein höheres Risiko, weil sich bei einem Auszug nur schwer ein Nachfolger mit passenden Abläufen findet. Klären Sie beim Kauf außerdem, ob Regal- und Fördertechnik zum Kaufgegenstand gehören.
Light-Industrial- und Gewerbeparks
Diese Parks bestehen aus kleineren Einheiten von etwa 1.000 bis 5.000 Quadratmetern mit Büroanteil, oft aufgeteilt in mehrere Hallenabschnitte. Handwerk, Produktion und Stadtlogistik nutzen diese Flächen gleichermaßen. Für Investoren sind sie attraktiv, weil das Leerstandsrisiko durch mehrere Mieter geringer ausfällt: Zieht ein Mieter aus, steht nur ein Teil der Fläche leer. Dafür ist der Verwaltungsaufwand mit vielen Mietverträgen höher.
Kühl- und Speziallogistik
Tiefkühllager, Gefahrstofflager oder Hallen für die Pharmalogistik brauchen spezielle Technik und Genehmigungen. Die Investitionskosten liegen deutlich höher, dafür binden sich die Mieter häufig für lange Zeit an den Standort. Prüfen Sie vor dem Kauf den Zustand der Kälte- oder Sicherheitstechnik und ob die Genehmigungen für das Gebäude gelten oder nur für den aktuellen Betreiber.
Eigennutzung oder Kapitalanlage: Zwei Wege zum Kauf
Bevor Sie Angebote vergleichen, sollten Sie Ihr Ziel festlegen: Wollen Sie die Halle selbst nutzen oder als Kapitalanlage vermieten? Diese Entscheidung bestimmt, worauf Sie bei der Prüfung achten, wie Sie finanzieren und nach welchen Maßstäben Sie den Kaufpreis bewerten.
Kauf für den eigenen Betrieb
Unternehmen, die ihre Logistik selbst betreiben, kaufen vor allem Planungssicherheit: keine Mieterhöhung, keine Kündigung, freie Hand bei Umbauten. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Grundstück und Halle zu Ihren Abläufen passen und mit Ihrem Unternehmen wachsen können. Das gilt ebenso für Produktionsbetriebe, die eine Industriehalle kaufen und Lager und Fertigung unter einem Dach verbinden wollen. Erweiterungsflächen auf dem Grundstück oder eine Option auf Nachbarflächen sind ein wertvoller Bonus. Wer Kapital lieber im operativen Geschäft einsetzt, kann die Immobilie später im Sale-and-Lease-back verkaufen und zurückmieten.
Kauf als Kapitalanlage
Für Investoren zählt der Ertrag. Ein langfristiger Mietvertrag mit einem solventen Logistiker sichert über viele Jahre verlässliche Einnahmen. Als Kennzahl dient dabei häufig die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (Weighted Average Lease Term, kurz WALT). Läuft der Vertrag dagegen bald aus oder steht eine Sanierung an, tragen Sie das Risiko von Leerstand und Investitionen. Prüfen Sie deshalb immer auch, wie schnell sich die Halle nach einem Auszug ohne großen Umbau neu vermieten ließe.
Logistikimmobilie kaufen oder mieten: Die Abwägung
Für viele Unternehmen stellt sich vor dem Kauf die Grundsatzfrage, ob Eigentum überhaupt die bessere Lösung ist. Ob Kauf oder Miete – beide Wege haben ihre Berechtigung und die Entscheidung hängt weniger vom Mietniveau als von Ihrer Unternehmensstrategie ab.
Der Kauf einer Logistikimmobilie lohnt sich vor allem, wenn Sie den Standort langfristig nutzen wollen, die Halle stark an Ihre Abläufe anpassen müssen oder in teure Technik wie Regalanlagen, Fördertechnik oder Kühlung investieren. In diesen Fällen schützt Eigentum Ihre Investition und macht Sie unabhängig von Vermietern. Zudem baut jede Tilgungsrate Vermögen auf, das in der Bilanz steht.
Mieten passt besser, wenn Ihr Flächenbedarf schwankt, Sie neue Märkte testen oder Kapital für Wachstum, Personal und Digitalisierung brauchen. Gerade in Regionen mit Flächenknappheit wie München oder Frankfurt kann eine Mietfläche auch schlicht der schnellere Weg zum Standort sein. Wenn Sie zunächst eine Industriehalle mieten möchten, bleiben Sie flexibel und können später immer noch kaufen. Klarheit schafft eine Vergleichsrechnung über zehn bis fünfzehn Jahre, die Kaufpreis, Nebenkosten, Finanzierung und Instandhaltung den Mietkosten gegenüberstellt.
Klarheit schafft eine Vergleichsrechnung über zehn bis fünfzehn Jahre, die Kaufpreis, Nebenkosten, Finanzierung und Instandhaltung den Mietkosten gegenüberstellt.
Standortanalyse: Die Lage bestimmt den Wert
Bei Logistikimmobilien ist die Lage kein weicher Faktor, sondern ein sehr konkreter Teil des Geschäftsmodells. Jede Minute Fahrzeit kostet Geld, jede unbesetzte Stelle bremst den Betrieb. Prüfen Sie vor dem Kauf diese Punkte:
- Verkehrsanbindung: Für überregionale Distribution ist eine schnelle Autobahnanbindung ohne Ortsdurchfahrt entscheidend. Stadtlogistik und Lieferdienste brauchen dagegen vor allem kurze Wege zu den Kunden. Je nach Ware und Industrie können auch Gleisanschluss, Binnenhafen oder Flughafennähe den Ausschlag geben.
- Arbeitskräfte: Viele Logistikbetriebe sind personalintensiv. Prüfen Sie, ob in der Region genug Personal für Ihre Abläufe zu finden ist und ob Mitarbeitende den Standort mit Bus und Bahn erreichen. Bei stark automatisierten Lagern spielt dieser Punkt eine kleinere Rolle.
- Planungsrecht: Der Bebauungsplan muss Ihre Nutzung zulassen. Wird im Schichtbetrieb oder nachts gearbeitet, dann prüfen Sie, ob Lärmschutzauflagen oder nahe Wohnbebauung den Betrieb einschränken.
- Erweiterungsflächen: Grundstücksreserven oder ein nicht ausgeschöpftes Baufenster lassen Spielraum für späteres Wachstum.
- Marktumfeld: Leerstand, Mietniveau und geplante Neubauten in der Region zeigen, wie gefragt der Standort ist. Das zählt vor allem für Kapitalanleger und für den Fall, dass Sie die Halle später verkaufen.
Die Unterschiede zwischen den Regionen sind enorm. Im Großraum München konzentriert sich die Nachfrage auf die Achsen entlang der A8, A9 und A94, während freie Grundstücke fast vollständig fehlen. In Mitteldeutschland rund um Leipzig und Halle sind Flächen dagegen günstiger und leichter zu bekommen.
Technische Kriterien beim Kauf einer Logistikimmobilie
Ob eine Halle zukunftsfähig ist, zeigt ein Blick auf die technischen Eckdaten. Sie entscheiden darüber, wie flexibel Sie die Fläche einsetzen können und ob sich das Objekt später wieder verkaufen oder vermieten lässt. Moderne Logistikflächen erfüllen in der Regel diese Standards:
- Hallenhöhe: mindestens 10 Meter Unterkante Binder (UKB), also lichte Höhe unter der Dachkonstruktion, besser 12 Meter. Erst dann lassen sich mehrere Regalebenen einrichten.
- Bodentraglast: rund 5 Tonnen pro Quadratmeter, für Hochregale oder schwere Güter mehr.
- Tore und Rampen: etwa ein Rampentor je 1.000 Quadratmeter Hallenfläche, dazu ebenerdige Tore für Stapler und Transporter.
- Stützenraster: große Abstände zwischen den Stützen, damit Sie Regale und Verkehrswege frei anordnen können.
- Brandschutz: Sprinkleranlage und Brandabschnitte, die zur gelagerten Ware passen. Ohne Sprinkler scheiden viele Mieter und Versicherer aus.
- Außenflächen: genug Stellplätze für LKWs, Rangierflächen und Parkplätze für das Personal.
Zunehmend wichtig wird die Nachhaltigkeit. Die großen Dachflächen eignen sich für Photovoltaik, und institutionelle Mieter achten verstärkt auf den energetischen Zustand, Zertifizierungen und Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Ältere Hallen mit geringer Höhe, schlechter Dämmung oder ohne Sprinkler sind deshalb nicht automatisch ein Schnäppchen: Die Kosten für die Modernisierung gehören von Anfang an in Ihre Kalkulation.
Geschäftsführerin Katharina Heid
Ablauf: In sechs Schritten zur Logistikimmobilie
Der Kauf einer Logistikimmobilie dauert meist mehrere Monate. Ein klarer Fahrplan hilft Ihnen, keine Prüfung zu vergessen und gut vorbereitet in die Verhandlung zu gehen.
Schritt 1: Anforderungsprofil und Finanzierung klären
Legen Sie fest, welche Fläche, Technik und Lage Sie brauchen und wo Sie Kompromisse eingehen können. Klären Sie parallel die Finanzierung, denn für Gewerbeimmobilien verlangen Banken in der Regel mehr Eigenkapital als für Wohnimmobilien.
Schritt 2: Objekte suchen, auch abseits der Portale
Neben Immobilienportalen bieten die Standortdatenbanken der Wirtschaftsförderungen, Projektentwickler und spezialisierte Gewerbemakler Objekte an. Viele Logistikimmobilien werden zudem diskret verkauft und nur vorgemerkten Interessenten angeboten (Off-Market). Als Logistikmakler vermitteln auch wir solche Objekte: Hinterlegen Sie Ihr Suchprofil bei uns und wir informieren Sie, sobald eine passende Halle verkauft werden soll.
Schritt 3: Besichtigung und Due Diligence
Nach der Besichtigung folgt die Due Diligence, also die systematische Kaufprüfung von Bausubstanz, Rechtslage, Mietverträgen und Umweltrisiken. Bei ehemaligen Industrieflächen gehört ein Altlastengutachten immer dazu.
Schritt 4: Wert ermitteln und Kaufpreis verhandeln
Bei vermieteten Logistikobjekten ergibt sich der Wert vor allem aus den Mieteinnahmen, den Bewirtschaftungskosten und dem Liegenschaftszins (Ertragswertverfahren). Mit über 180 zertifizierten Sachverständigen im eigenen Haus prüfen wir, ob der Angebotspreis zum Objekt passt, und liefern Ihnen Argumente für die Verhandlung.
Ein vereinfachtes Beispiel: Eine Halle mit 8.000 Quadratmetern bringt bei 6,50 Euro pro Quadratmeter eine Jahresnettokaltmiete von 624.000 Euro. Bei 11 Millionen Euro Kaufpreis entspricht das einer Bruttoanfangsrendite von rund 5,7 Prozent. Zum Vergleich: Die Netto-Spitzenrendite für erstklassige Logistikobjekte lag Mitte 2026 bei 4,60 Prozent.² Wie Sie die Rendite Schritt für Schritt ermitteln, zeigt unser Ratgeber Mietrendite berechnen.
Schritt 5: Kaufvertrag und Notartermin
Ein Notar beurkundet den Kaufvertrag. Bei vermieteten Objekten regelt er auch den Übergang der Mietverhältnisse. Lassen Sie den Entwurf vorab von einer Kanzlei für Immobilienrecht prüfen.
Schritt 6: Übergabe
Mit Zahlung des Kaufpreises und Eintragung im Grundbuch geht die Immobilie auf Sie über. Ein Übergabeprotokoll hält Zustand, Zählerstände und Wartungsverträge fest.
Alle Prüfpunkte, Unterlagen und Kennwerte zu den sechs Schritten finden Sie ausführlich in unserer Checkliste zum Ausdrucken.
Kosten beim Kauf einer Logistikimmobilie
Zum Kaufpreis kommen Nebenkosten, die Sie von Anfang an in Ihre Kalkulation aufnehmen sollten. Bei Logistikobjekten im Millionenbereich machen sie schnell einen sechsstelligen Betrag aus.
Kaufnebenkosten im Überblick
Den größten Posten bildet die Grunderwerbsteuer. Sie liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent in Bayern und 6,5 Prozent in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Schleswig-Holstein.3 Für Notar und Grundbucheintrag rechnen Sie mit etwa 1 bis 1,5 Prozent des Kaufpreises.4 Hinzu kommen gegebenenfalls Maklerprovision, Gutachten, Due Diligence und Finanzierungskosten. Die Provision wird bei Gewerbeimmobilien frei vereinbart und richtet sich nach Art und Lage des Objekts.
Beispiel: Kostet eine Halle in Bayern 6 Millionen Euro, fallen 210.000 Euro Grunderwerbsteuer und rund 60.000 bis 90.000 Euro für Notar und Grundbuch an. Steht dieselbe Halle in Nordrhein-Westfalen, steigt allein die Grunderwerbsteuer auf 390.000 Euro.
In unserem Ratgeber zur Berechnung der Kaufnebenkosten finden Sie detaillierte Informationen sowie hilfreiche Tipps.
Asset Deal oder Share Deal
Größere Logistikobjekte gehören häufig einer Objektgesellschaft. Sie können dann entweder die Immobilie selbst erwerben (Asset Deal) oder Anteile an der Gesellschaft übernehmen (Share Deal). Beim Share Deal fällt unter bestimmten Voraussetzungen keine Grunderwerbsteuer an, seit Juli 2021 allerdings nur noch, wenn weniger als 90 Prozent der Anteile übergehen.5 Im Gegenzug übernehmen Sie alle Verpflichtungen und Risiken der Gesellschaft. Welche Variante sich für Sie lohnt, klären Sie unbedingt mit Ihrer Steuerberatung.
Laufende Kosten nach dem Kauf
Mit dem Notartermin ist die Kalkulation nicht abgeschlossen. Grundsteuer, Versicherungen, die Wartung von Sprinkleranlage, Toren und Brandmeldetechnik sowie die Instandhaltung von Dach und Hallenboden fallen jedes Jahr an. Als Eigennutzer tragen Sie diese Kosten vollständig. Als Vermieter können Sie viele Betriebskosten auf den Mieter umlegen, die Instandhaltung von Dach und Fach bleibt aber meist beim Eigentümer. Planen Sie dafür eine Rücklage ein, die zu Alter und Zustand der Halle passt.
Fazit: Logistikimmobilie kaufen mit klarem Plan
Eine Logistikimmobilie ist eine langfristige Investition, deren Erfolg vor allem von Lage, Technik und einem fairen Kaufpreis abhängt. Wer Standort und Drittverwendung gründlich prüft, alle Neben- und Folgekosten einrechnet und den Wert fachkundig einschätzen lässt, kauft mit deutlich geringerem Risiko.
Unsere Gewerbemakler begleiten Sie dabei vom ersten Suchprofil bis zum Notartermin. Mit über 180 zertifizierten Sachverständigen im eigenen Haus ordnen wir Kaufpreise fachkundig ein, und über unsere Off-Market-Angebote erfahren Sie von Logistikimmobilien, die nicht öffentlich inseriert sind.
Sie möchten umgekehrt eine Lagerhalle verkaufen oder eine andere Gewerbeimmobilie verkaufen? Bei einem exklusiven Maklerauftrag mit mindestens einem Jahr Laufzeit erhalten Sie eine kostenlose Bewertung durch unsere Sachverständigen, zeitnah nach dem Besichtigungstermin.
Häufige Fragen zum Kauf einer Logistikimmobilie
Rund um den Kauf von Lager- und Logistikflächen erreichen uns immer wieder ähnliche Fragen. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten, für alles Weitere erreichen Sie uns unter 0158 – 884 916 68.
Was kostet eine Logistikimmobilie?
Der Preis hängt vor allem von Lage, Größe, Baujahr und Vermietungsstand ab. Die Spanne reicht von einigen Hunderttausend Euro für kleine Bestandshallen im ländlichen Raum bis zu zweistelligen Millionenbeträgen für moderne Distributionszentren an Top-Standorten. Bei vermieteten Objekten orientiert sich der Preis an der Jahresmiete und der marktüblichen Rendite.
Lohnt es sich für mich, in eine Logistikimmobilie zu investieren?
Das hängt vom einzelnen Objekt ab, die Rahmenbedingungen sind aber solide. Die Flächennachfrage lag im ersten Halbjahr 2026 deutlich über dem Vorjahr, gleichzeitig sind die Renditen gestiegen und die Einstiegspreise gesunken. Entscheidend bleiben Lage, Mieterqualität und die Frage, ob sich die Halle auch für andere Nutzer eignet.
Welche Nebenkosten muss ich beim Kauf einplanen?
Rechnen Sie mit Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland sowie etwa 1 bis 1,5 Prozent für Notar und Grundbuch. Dazu kommen gegebenenfalls Maklerprovision, Gutachten, Due Diligence und Finanzierungskosten.
Wie finde ich eine Logistikimmobilie, die nicht öffentlich angeboten wird?
Am besten über spezialisierte Gewerbemakler. Viele Eigentümer verkaufen Logistikobjekte bewusst diskret und lassen sie nur vorgemerkten Interessenten anbieten. Hinterlegen Sie Ihr Suchprofil bei uns, informieren wir Sie über passende Off-Market-Angebote, bevor sie öffentlich gehandelt werden.
Worauf muss ich bei einer älteren Lagerhalle achten?
Prüfen Sie vor allem Hallenhöhe, Bodentraglast, Dach, Brandschutz und den energetischen Zustand. Ältere Hallen erfüllen oft nicht mehr die Anforderungen heutiger Mieter, und Nachrüstungen wie eine Sprinkleranlage sind teuer. Bei früher industriell genutzten Grundstücken gehört eine Altlastenprüfung immer dazu.
Welche Unterlagen sollte ich vom Verkäufer anfordern?
Fordern Sie mindestens Grundbuchauszug, Baugenehmigungen mit Plänen, einen Auszug aus dem Baulastenverzeichnis, die Altlastenauskunft und den Energieausweis an. Bei vermieteten Objekten kommen die Mietverträge mit allen Nachträgen und die letzten Nebenkostenabrechnungen hinzu. Wartungs- und Prüfprotokolle für Sprinkler, Tore und Brandmeldeanlage zeigen außerdem, wie sorgfältig die Halle betrieben wurde. Wenn Sie mit uns kaufen, kümmern wir uns darum, dass die Unterlagen früh und vollständig vorliegen. Unsere Sachverständigen sichten sie auf Lücken und Risiken. Die vollständige Liste finden Sie in unserer Checkliste.
Brauche ich für den Kauf einer Logistikimmobilie einen Makler?
Vorgeschrieben ist es nicht, in der Praxis aber sinnvoll. Ein spezialisierter Makler kennt das Marktniveau, hat Zugang zu diskreten Angeboten und hilft Ihnen, Unterlagen zu prüfen und den Kaufpreis fundiert zu verhandeln.
Wie lange dauert der Kauf einer Logistikimmobilie?
In der Regel mehrere Monate von der ersten Besichtigung bis zur Übergabe. Umfangreiche Due-Diligence-Prüfungen, Altlastengutachten oder ein Share Deal können den Zeitraum verlängern.
1 BNP Paribas Real Estate: Pressemitteilung Logistikvermietungsmarkt Deutschland Q2 2026, 13.07.2026. https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-07/2026-07-13-bnppre-presse-log-verm-dtld-q2-2026.pdf (abgerufen am 07.10.2026)
2 BNP Paribas Real Estate: Immobilien-Investmentmarkt Deutschland Q2 2026. https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-07/bnppre-immobilien-investmentmarkt-deutschland-2026q2.pdf (abgerufen am 07.10.2026)
3 finanz-tools.de: Grunderwerbsteuer Bundesländer Tabelle 2026. https://www.finanz-tools.de/grunderwerbsteuer/bundeslaender-tabelle (abgerufen am 07.10.2026)
4 ImmobilienScout24: Notargebühren beim Immobilienkauf. https://www.immobilienscout24.de/wissen/kaufen/notargebuehren.html (abgerufen am 07.10.2026)
5 Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG), § 1 Absatz 2a und 2b. https://www.gesetze-im-internet.de/grestg_1983/__1.html (abgerufen am 07.10.2026)
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