Wer ein Haus kaufen möchte, jongliert mit Budget, Bausubstanz, Unterlagen, Finanzierung und Fristen gleichzeitig – und übersieht in der Aufregung schnell Wichtiges. Unsere Hauskauf-Checkliste führt Sie in fünf Phasen durch den gesamten Kauf. Sie können jeden Punkt der Reihe nach abhaken und behalten so von der ersten Suche bis zur Schlüs­sel­über­ga­be den Überblick.

Einfamilienhaus aus Holz: Vor dem Hauskauf gibt es viel zu prüfen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Hauskauf läuft in fünf Phasen ab: Vorbereitung, Suche, Besichtigung, Prüfung und Abschluss beim Notar. Wer diese Reihenfolge einhält, behält den Überblick und vermeidet Hektik.
  • Rechnen Sie über den Kaufpreis hinaus. Kaufnebenkosten von rund 10 bis 16 Prozent, laufender Unterhalt und mögliche Sanierungen gehören von Anfang an in die Kalkulation.
  • Beim Eigenkapital gilt als Faustregel: etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln.
  • Die teuersten Fehler stecken in der Bausubstanz. Dach, Keller, Heizung und Leitungen sind wichtiger als die Optik.
  • Lage und Grundstück bestimmen Wohnqualität und Wertstabilität. Beides sollten Sie sich vor Ort und zu verschiedenen Zeiten ansehen.
  • Der Kaufvertrag wird beim Notar verbindlich. Prüfen Sie den Entwurf rechtzeitig und klären Sie offene Punkte vorher.
  • Ein erfahrener Makler begleitet Sie durch den kompletten Prozess. Wir kennen den lokalen Markt, sortieren passende Angebote vor und unterstützen Sie von der ersten Besichtigung bis zur Kauf­ent­schei­dung.
Katharina Heid
Heid Im­mo­bi­li­en­mak­ler - Kontakt Fundierte Markt­wert­ermitt­lung und professionelle Vermarktung von Wohn- und Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en

Hauskauf-Checkliste: 5 Phasen im Überblick

Vom ersten Kassensturz bis zum Eintrag ins Grundbuch durchläuft jeder Hauskauf dieselben fünf Phasen. Wir gehen sie nacheinander durch und zeigen Ihnen in jeder Phase, worauf es ankommt. Sie möchten die Checkliste griffbereit haben und Ihren Fortschritt festhalten? Hier können Sie sich die vollständige Hauskauf-Checkliste kostenlos als PDF herunterladen.

Phase 1 – Die Vorbereitung: Budget und Bedarf klären

Diese Phase entscheidet, wonach Sie überhaupt suchen. Wer hier sauber plant, vergeudet später keine Zeit mit Häusern, die finanziell oder inhaltlich nicht passen.

Hauskauf-Checkliste:

  • Maximalen Kaufpreis inklusive Kaufnebenkosten festlegen
  • Eigenkapital beziffern (Faustregel: 20–30 % plus Nebenkosten aus Eigenmitteln)
  • Erste Fi­nan­zie­rungs­ein­schät­zung bei Bank oder Fi­nan­zie­rungs­an­bie­ter einholen
  • För­der­mög­lich­kei­ten prüfen
  • Laufende Kosten für Haus und Grundstück einkalkulieren (Unterhalt, Energie, Rücklagen)
  • Haustyp festlegen: freistehend, Dop­pel­haus­hälf­te oder Reihenhaus
  • Zwischen Neubau und Bestandshaus entscheiden – und damit die Bereitschaft zu Renovierung und Sanierung klären
  • Muss- und Kann-Kriterien schriftlich festlegen (z. B. Zimmerzahl und Lage als Muss, zweites Bad und Garten als Kann)

Mit unserem Hauskaufrechner sehen Sie schnell, welche Gesamtkosten auf Sie zukommen und in welchem Preisbereich Ihre Suche realistisch startet.

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Phase 2 – Die Haussuche: passende Angebote finden

Jetzt geht es darum, möglichst viele passende Häuser zu sichten und schnell die uninteressanten auszusortieren.

Hauskauf-Checkliste:

  • Suche auf mehreren Kanälen aufsetzen (Portale, Umfeld, regionale Angebote, ggf. Makler)
  • Suchprofil mit klaren Eckdaten anlegen (Lage, Fläche, Preis, Haustyp)
  • Favoriten sammeln und nach Muss-Kriterien sortieren
  • Bei interessanten Häusern frühzeitig Exposé und erste Unterlagen anfordern
  • Kaufpreis grob auf Plausibilität prüfen (Lage, Zustand, Ver­gleichs­ob­jek­te)

Beim Hauskauf zahlt sich ein Makler gleich doppelt aus. Schon bei der Suche bringt er Ortskenntnis mit: Er kennt den lokalen Markt, das Preisniveau vergleichbarer Häuser und oft auch Objekte, bevor sie öffentlich inseriert werden – so kommen Sie schneller an passende Angebote. Und er bleibt an Ihrer Seite, koordiniert Besichtigungen, schätzt Zustand und Kaufpreis vor Ort realistisch ein und führt Sie Schritt für Schritt bis zur Kauf­ent­schei­dung.

Phase 3 – Die Besichtigung: Haus und Grundstück gründlich prüfen

In dieser Phase entscheidet sich, ob aus einem schönen Eindruck ein guter Kauf wird. Frische Farbe und hübsche Einrichtung lenken leicht von dem ab, worauf es ankommt – dem baulichen Zustand und der Lage der Immobilie. Nehmen Sie sich deshalb für jede Haus­be­sich­ti­gung genug Zeit und gehen Sie mit vorbereiteten Notizen hinein.

Hauskauf-Checkliste:

  • Umfeld zu verschiedenen Tageszeiten besichtigen (Verkehr, Lärm, Parksituation)
  • Grundstück bewerten: Ausrichtung, Besonnung, Zuschnitt, Nachbarbebauung
  • Geplante Entwicklungen in der Umgebung erfragen
  • Dach und Dachstuhl auf Alter, Zustand und Feuchtigkeit kontrollieren
  • Keller und Wände auf Feuchtigkeit, Schimmel und Risse prüfen
  • Heizung auf Art, Alter und Zustand begutachten
  • Fenster, Fassade und Dämmung ansehen
  • Elektrik und Leitungen auf Mo­der­ni­sie­rungs­be­darf prüfen

Phase 4 – Vor dem Kauf: Unterlagen und Finanzierung absichern

Sie haben ein viel­ver­spre­chen­des Haus gefunden? Super! Bevor Sie sich verbindlich festlegen, sollten Sie die Fakten prüfen und die Finanzierung auf sichere Beine stellen.

Unterlagen prüfen:

  • Aktuellen Grundbuchauszug einsehen
  • Flurkarte oder Lageplan besorgen
  • Gültigen Energieausweis anfordern und Kennwerte bewerten
  • Bauunterlagen und Grundrisse sichten (Bauantrag, Baubeschreibung, Bauzeichnungen)
  • Bau­las­ten­ver­zeich­nis und ggf. Bebauungsplan abklären
  • Angaben zu Schäden, In­stand­set­zun­gen und Mo­der­ni­sie­run­gen einholen

Zustand und Finanzierung absichern:

  • Bei Bestandshäusern Bau­sach­ver­stän­di­gen oder Gutachter hinzuziehen
  • Mögliche gesetzliche Sa­nie­rungs­pflich­ten klären (z. B. Heizung, Dämmung)
  • Finanzierung verbindlich zusagen lassen
  • Kaufpreis fachlich einordnen und bei Bedarf nachverhandeln
André Heid

Die teuersten Überraschungen beim Hauskauf stecken selten im Exposé. Eine gründliche Prüfung von Substanz und Unterlagen ist deshalb keine Pflichtübung, sondern der beste Schutz vor späteren Folgekosten.

Dipl. Ing. André Heid M.Sc.

Phase 5 – Der Kaufabschluss: Notar, Vertrag und Übergabe

In der letzten Phase wird aus dem Wunschhaus Ihr Eigentum. Hier zählt Sorgfalt beim Vertrag und eine reibungslose und gut dokumentierte Übergabe.

Hauskauf-Checkliste:

  • Kauf­ver­trags­ent­wurf rechtzeitig vor dem Notartermin anfordern
  • Entwurf vollständig prüfen: Kaufpreis, Fälligkeit, Übergabetermin, bekannte Mängel, mitverkaufte Gegenstände
  • Offene oder unklare Punkte vor der Beurkundung ansprechen
  • Notartermin wahrnehmen und Vertrag beurkunden lassen
  • Kaufpreis nach Fäl­lig­keits­mit­tei­lung zahlen
  • Übergabe protokollieren: Schlüssel, Zählerstände und Zustand schriftlich festhalten
  • Umschreibung im Grundbuch abwarten – danach sind Sie offiziell Eigentümer

Haus kaufen: Tipps für den erfolgreichen Weg zum Eigenheim

Wenn Sie aus der langen Liste nur das Wichtigste mitnehmen möchten, sind es diese fünf Hauskauf-Tipps. Sie entscheiden beim Hauskauf am häufigsten über Erfolg oder teure Reue:

  • Rechnen Sie ehrlich: Was ein Haus wirklich kostet, zeigt sich erst, wenn Sie Kaufnebenkosten, laufenden Unterhalt, Rücklagen und absehbare Sanierungen mit einrechnen. Gerade bei älteren Häusern kann ein vermeintliches Schnäppchen über die Jahre teurer werden als ein höher angesetztes, aber gepflegtes Objekt. Kalkulieren Sie deshalb mit Puffer statt am finanziellen Limit.
  • Trauen Sie der Optik nicht: Eine frische Wandfarbe sagt nichts über den Zustand von Dach, Keller, Heizung und Leitungen aus – und genau dort entstehen die teuersten Reparaturen. Prüfen Sie die Bausubstanz zuerst und lassen Sie sich von einer schönen Einrichtung nicht ablenken. Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr nachfragen oder einen Fachmann hinzuziehen.
  • Holen Sie sich Fachwissen ins Boot: Ein Bau­sach­ver­stän­di­ger erkennt beim Bestandshaus versteckte Mängel, ein Makler steuert den gesamten Prozess und ordnet Preis und Lage realistisch ein. Beides kostet zunächst, spart aber häufig ein Vielfaches – sei es durch vermiedene Fehlkäufe oder durch Argumente in der Preis­ver­hand­lung.
  • Lesen Sie den Kaufvertrag gründlich: Der Notartermin ist verbindlich, eine Korrektur danach kaum noch möglich. Nehmen Sie sich den Entwurf rechtzeitig vor und klären Sie jede unklare Formulierung vorher – nicht erst, wenn Sie bereits unterschrieben haben.
  • Behalten Sie den richtigen Zeitpunkt im Blick: Um bei einem guten Angebot schnell handeln zu können, ist es wichtig ist, dass Sie kaufbereit sind – also Eigenkapital, Finanzierung und ein klares Suchprofil beisammenhaben. Doch wann lohnt sich der Kauf trotz hoher Zinsen und unsicherer Märkte, welche Voraussetzungen sollten Sie mitbringen und wann ist Abwarten die klügere Strategie? In folgendem Video gehen wir genau diesen Frage nach:

Fazit: Ihr Hauskauf in sicheren Händen

Ein Haus zu kaufen fühlt sich anfangs schnell überwältigend an und ist mit vielen Fragen, vielen Unbekannten und vielen Entscheidungen verbunden. Am Ende entscheidet beim Hauskauf allerdings weniger das Glück als die Vorbereitung. Wer strukturiert vorgeht, erkennt Chancen und Risiken früher, lässt sich nicht von der Optik blenden und geht selbstbewusster in jede Verhandlung.

Wenn Sie sich beim Hauskauf professionelle Begleitung wünschen, stehen Ihnen unsere erfahrenen Makler und Bau­sach­ver­stän­di­gen von der Suche bis zur Schlüs­sel­über­ga­be zur Seite. Sie kennen den lokalen Markt, finden passende Häuser, ordnen Zustand und Kaufpreis realistisch ein und unterstützen Sie genau dort, wo Erfahrung und Marktkenntnis den Unterschied machen.

André Heid
Heid Im­mo­bi­li­en­mak­ler - Kontakt Fundierte Markt­wert­ermitt­lung und professionelle Vermarktung von Wohn- und Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en

Häufige Fragen zum Hauskauf

In diesem Abschnitt beantworten wir oft gestellte Fragen zum Hauskauf und dessen Ablauf.

Wie finde ich ein passendes Haus?

Starten Sie mit einem klaren Suchprofil: Haustyp, Lage, Größe, Grundstück, Preisrahmen und Ihre Muss-Kriterien. Suchen Sie anschließend auf mehreren Kanälen parallel – über Im­mo­bi­li­en­por­ta­le, Ihr persönliches Umfeld, regionale Angebote (online und Print) sowie soziale Medien. Hilfreich ist die Unterstützung durch einen Makler: Er kennt den lokalen Markt, sortiert passende Objekte vor und macht Sie teils auf Häuser aufmerksam, bevor sie öffentlich inseriert werden.

Wie läuft ein Hauskauf ab?

Ein Hauskauf folgt meist fünf Phasen: Zuerst klären Sie Budget, Bedarf und Finanzierung, dann suchen Sie passende Häuser und besichtigen sie. Anschließend prüfen Sie Zustand, Unterlagen und Kaufpreis und sichern die Finanzierung verbindlich ab. Im letzten Schritt folgen Kauf­ver­trags­ent­wurf, Notartermin und Beurkundung. Nach Kauf­preis­zah­lung und Umschreibung im Grundbuch sind Sie offiziell Eigentümer.

Sollte ich ein Haus mit oder ohne Makler kaufen?

Ein Hauskauf ist sowohl mit als auch ohne Makler möglich. Ohne Makler sparen Sie die Maklerprovision, müssen Suche, Besichtigungen, Un­ter­la­gen­prü­fung und Abstimmung aber vollständig selbst übernehmen. Ein Makler bringt dagegen Ortskenntnis mit, sortiert passende Häuser vor, ordnet Zustand und Kaufpreis realistisch ein und begleitet Sie durch den gesamten Prozess. Das spart Zeit und kann gerade in angespannten Märkten oder bei wenig Erfahrung teure Fehler verhindern.

Wie hoch sind die Kosten beim Hauskauf?

Insgesamt sollten Sie beim Hauskauf mit dem Kaufpreis plus rund 10 bis 16 Prozent Kaufnebenkosten rechnen. Die Kaufnebenkosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen: Den größten macht meist die Grund­er­werb­steu­er aus, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises liegt. Hinzu kommen Grundbuch- und Notarkosten von zusammen etwa 1,5 bis 2,0 Prozent sowie, falls ein Makler beteiligt ist, die Maklerprovision.

Wie sich die Kosten konkret summieren, zeigt ein Rechenbeispiel für ein Haus mit 600.000 Euro Kaufpreis:

Kaufpreis: 600.000 €
Grund­er­werb­steu­er (6,5 %): 39.000 €
Grund­buch­ein­tra­gung (0,5 %): 3.000 €
Notarkosten (1,5 %): 9.000 €
Maklerkosten (zwischen 3,57 % und 7,14 %): 21.420 bis 42.840 €

Gesamtkosten: 672.420 bis 693.840 €

Kann ich den Kaufpreis eines Hauses verhandeln?

In vielen Fällen ja. Wie groß der Spielraum ist, hängt von Marktlage, Standort und Zustand des Hauses ab. Argumente für eine Verhandlung liefern erkannter Sa­nie­rungs­be­darf, ein über­durch­schnitt­lich hoher Angebotspreis im Vergleich zu ähnlichen Objekten oder eine längere Ver­mark­tungs­dau­er. In gefragten Lagen mit vielen Interessenten ist der Spielraum dagegen oft gering.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hauskauf?

Als Faustregel gilt: etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten sollten Sie aus eigenen Mitteln aufbringen. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto geringer fällt der Kreditbedarf aus und desto günstiger sind in der Regel die Fi­nan­zie­rungs­kon­di­tio­nen. Ein Kauf mit weniger Eigenkapital ist möglich, erhöht aber die monatliche Belastung und das Risiko spürbar.

Worauf sollte ich bei der Besichtigung eines Hauses achten?

Achten Sie zuerst auf die Bausubstanz: Dach, Keller, Fassade, Fenster, Heizung sowie Elektrik und Leitungen. Hinweise auf Feuchtigkeit, Schimmel oder Risse sind ernst zu nehmen, weil sie auf teure Folgekosten deuten können. Ebenso wichtig sind die Lage und das Grundstück. Prüfen Sie Ausrichtung, Zuschnitt, Nachbarbebauung und das Umfeld zu verschiedenen Tageszeiten.

Welche Unterlagen brauche ich für den Hauskauf?

Zu den wichtigsten Unterlagen beim Hauskauf zählen:

  • aktueller Grundbuchauszug
  • Flurkarte oder Lageplan
  • gültiger Energieausweis
  • Bauunterlagen und Grundrisse (Bauantrag, Baubeschreibung, Bauzeichnungen)
  • Bau­las­ten­ver­zeich­nis und ggf. Auskünfte zum Bebauungsplan
  • Wohn- und Nutz­flä­chen­be­rech­nung
  • Angaben zu Schäden, In­stand­set­zun­gen und Mo­der­ni­sie­run­gen