Laut dem Kantar-Trendindikator¹ halten 74 Prozent der Befragten die eigene Immobilie für eine sichere Altersvorsorge. Betongold ist in Deutschland weit verbreitet: 47,2 Prozent² aller Haushalte leben bereits im Eigenheim. Und das nicht ohne Grund: Mit einer Immobilie lässt sich im Ruhestand entweder mietfrei wohnen oder ein zusätzliches Einkommen erzielen. Ob sich eine Immobilie als Altersvorsorge lohnt, hängt jedoch stark davon ab, wie sie genutzt wird: selbst bewohnt, vermietet oder im Ruhestand verkauft. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es beim Kauf ankommt und welche Optionen Eigentümern offenstehen, die ihre abbezahlte Immobilie im Alter zu Geld machen möchten.

Altes Ehepaar sitzt seinem Haus.
Mit einer Immobilie als Altersvorsorge lässt sich der Lebensabend genießen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Immobilie funktioniert nur dann als verlässliche Altersvorsorge, wenn die Finanzierung spätestens zum Renteneintritt vollständig getilgt ist. Erst dann entfällt die Miete beziehungsweise stehen Mieteinnahmen ungeschmälert zur Verfügung.
  • Eine Immobilie lässt sich auf mehreren Wegen für den Ruhestand nutzen: selbst bewohnen, vermieten, verkaufen, teilverkaufen, verrenten oder per Nießbrauch übertragen. Welches Modell am besten passt, hängt davon ab, ob Ihnen der Verbleib im vertrauten Zuhause oder ein möglichst hoher finanzieller Ertrag wichtiger ist.
  • Als Kapitalanlage punktet die Immobilie mit mietfreiem Wohnen beziehungsweise laufenden Mieteinnahmen, einem gewissen In­fla­ti­ons­schutz durch den Sachwert und einem spürbaren Ver­mö­gens­vor­sprung gegenüber Mie­ter­haus­hal­ten.
  • Dem stehen einige Nachteile gegenüber: hohe Kaufnebenkosten, laufende In­stand­hal­tungs­kos­ten und eine geringe Liquidität, da das Kapital im Beton gebunden bleibt. Um ein Klumpenrisiko zu vermeiden, sollte die Immobilie daher nicht die einzige Form der Altersvorsorge sein.
Katharina Heid
Heid Im­mo­bi­li­en­mak­ler - Kontakt Fundierte Markt­wert­ermitt­lung und professionelle Vermarktung von Wohn- und Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en

Ist eine Immobilie als Altersvorsorge sinnvoll?

Für die meisten Menschen in Deutschland steht der Immobilienkauf ganz oben auf der Liste, wenn es um den Vermögensaufbau fürs Alter geht. Anders als Aktien oder Fondssparpläne liefert eine eigene Immobilie einen konkreten Nutzwert: Statt über Jahrzehnte Miete an einen Vermieter zu zahlen, tilgt der Käufer einen Kredit und ist im besten Fall zum Renteneintritt schuldenfreier Eigentümer. Damit entfällt im Alter die größte monatliche Fix­kos­ten­po­si­ti­on, oder es fließen laufende Mieteinnahmen, die eine Rentenlücke schließen. Zusätzlich bieten Immobilien einen gewissen In­fla­ti­ons­schutz, da sowohl Sachwert als auch – bei vermieteten Objekten – Mieteinnahmen tendenziell mit steigenden Preisen mitwachsen.

Ein wesentlicher Grund, warum das in der Praxis so gut funktioniert, ist der Zwangssparen-Effekt: Anders als einen Sparplan kann man eine Kreditrate nicht einfach aussetzen. Das zahlt sich am Ende messbar aus: Laut einer Studie von empirica für die LBS³ verfügen 50- bis 59-jährige Eigentümer inklusive Immobilie im Schnitt über rund 190.000 Euro Nettovermögen – gut das Fünffache vergleichbarer Mieterhaushalte. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln⁴ bestätigt dieses Bild: Eigentümer schließen ihre Rentenlücke im Schnitt besser als Mieter. Interessant dabei: Der Grund ist selten eine bessere Rendite der Immobilie, sondern der Zwang zum Sparen: Wer zur Miete wohnt, müsste die gesparte Differenz eigenständig und diszipliniert anlegen, was in der Praxis oft ausbleibt.

Wie bei jeder Form der Altersvorsorge stehen dem jedoch auch Risiken gegenüber, die vor einer Entscheidung abgewogen werden sollten:

Chancen Risiken
Keine Mietzahlungen mehr beziehungsweise laufende Mieteinnahmen im Alter Hohe Kaufnebenkosten (Grund­er­werb­steu­er, Notar-, Grundbuch- und ggf. Maklerkosten)
Schutz vor Mieterhöhungen und In­fla­ti­ons­schutz durch den Sachwert Laufende Instandhaltungs- und Mo­der­ni­sie­rungs­kos­ten
Selbst­be­stimm­tes Wohnen im vertrauten Umfeld Geringe Liquidität, da das Kapital im Beton gebunden ist
Flexibilität, die Immobilie bei Bedarf zu verkaufen, zu vermieten oder zu verrenten Klumpenrisiko, wenn die Immobilie das einzige Vor­sor­ge­instru­ment bleibt

Immobilie als Altersvorsorge kaufen: Darauf kommt es an

Wer eine Ei­gen­tums­woh­nung oder ein Haus als Altersvorsorge kaufen möchte, sollte über die übliche Objektprüfung hinaus einige zusätzliche Kriterien im Blick behalten, damit sich der Kauf auch Jahrzehnte später noch auszahlt:

  • Lage der Immobilie: Gute Ver­kehrs­an­bin­dung, Nahversorgung sowie Ärzte und Kliniken in der Umgebung sichern langfristig sowohl Wie­der­ver­kaufs­wert als auch Vermietbarkeit und werden wichtiger, sobald man im Alter selbst weniger mobil und stärker auf kurze Wege angewiesen ist.
  • Barrierearmut: Breite Türen, ein ebenerdiges oder per Aufzug erreichbares Bad und der Verzicht auf hohe Schwellen erleichtern das Wohnen bis ins hohe Alter. Wer heute jung kauft, sollte diese Kriterien bereits mitdenken, auch wenn sie erst Jahrzehnte später relevant werden.
  • Fi­nan­zie­rungs­dau­er: Die Tilgung sollte so geplant sein, dass das Darlehen spätestens zum geplanten Renteneintritt vollständig zurückgezahlt ist. Eine hohe anfängliche Tilgung und eine lange Zinsbindung verkürzen die Gesamtlaufzeit erheblich.
  • In­stand­hal­tungs­rück­la­ge: Für Reparaturen und Mo­der­ni­sie­run­gen empfiehlt sich eine jährliche Rücklage von rund 1 bis 2 Prozent des Im­mo­bi­li­en­wer­tes – unabhängig davon, ob die Immobilie selbst bewohnt oder vermietet wird.
  • Größe des Objekts: Ein großes Grundstück oder ein mehrstöckiges Haus, das sich heute ideal für eine Familie eignet, kann im Alter zur körperlichen und finanziellen Belastung werden. Bungalow-Bauweisen oder Wohnungen mit Aufzug sind oft die zu­kunfts­si­che­re­re Wahl.

Unser erfahrenes Maklerteam unterstützt Sie gerne dabei, ein Objekt zu finden, das diese Kriterien erfüllt: Wir kennen die Preis­ent­wick­lung der jeweiligen Lagen, filtern Objekte mit al­ters­taug­li­chem Grundriss heraus und weisen frühzeitig auf versteckten Sa­nie­rungs­be­darf hin. So begleiten wir Sie professionell von der ersten Besichtigung bis zur Kauf­preis­ver­hand­lung.

Wie kann ich eine Immobilie als Altersvorsorge nutzen?

Ein Haus oder eine Ei­gen­tums­woh­nung können Ihnen auf un­ter­schied­li­che Art und Weise als Altersvorsorge dienen. Welches Modell am besten passt, hängt vor allem davon ab, ob Ihnen der Verbleib im vertrauten Zuhause oder ein möglichst hoher finanzieller Ertrag wichtiger ist.

Eigennutzung: Das Eigenheim als Altersvorsorge

Wer die eigene Wohnung oder das eigene Haus bewohnt, spart im Alter die Miete und wohnt in einem selbst­be­stimm­ten Umfeld. Entscheidend ist hier vor allem, dass die Immobilie auch mit eingeschränkter Mobilität noch bewohnbar bleibt.

Vorteile Nachteile
Keine Mietzahlungen mehr Er­hal­tungs­rück­la­ge ist allein zu stemmen
Unabhängigkeit von Mieterhöhungen Immobilie sollte zur Rente abbezahlt sein
Vertrautes, selbst­be­stimm­tes Wohnumfeld Kapital bleibt gebunden statt liquide verfügbar

Vermietete Immobilie als Altersvorsorge

Egal ob neu gekaufte Kapitalanlage oder die eigene, bereits abbezahlte Immobilie im Ruhestand: Wer vermietet statt selbst zu wohnen, erzielt laufende Mieteinnahmen, die die Rente ergänzen. Bei einer neu finanzierten Immobilie sollten die Mieteinnahmen im Idealfall die Fi­nan­zie­rungs­ra­te übersteigen. Möglich ist auch eine Mischnutzung: Viele Eigentümer bewohnen ihre Immobilie zunächst selbst und vermieten sie später, etwa wenn das Haus im Alter zu groß wird und ein Umzug in eine kleinere Wohnung ansteht. Umgekehrt ist es auch möglich, eine Immobilie zunächst zu vermieten und erst zum Ruhestand selbst einzuziehen; dann tilgen die Mieteinnahmen während der Fi­nan­zie­rungs­pha­se einen Teil des Darlehens.

Vorteile Nachteile
Planbare Mieteinnahmen als zusätzliches Renteneinkommen Mieteinnahmen sind zu versteuern
Mieteinnahmen können Finanzierung mittilgen oder Wohnkosten decken Ver­mie­ter­pflich­ten wie Instandhaltung und Verwaltung bleiben bestehen
Flexibilität, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen Leer­stands­ri­si­ko
Steuerliche Abschreibung möglich Vor einem späteren Eigenbezug ist häufig eine Sanierung nötig, zeitweise doppelte Belastung möglich

So prüfen Sie, ob sich eine Vermietung lohnt: Ein erster Anhaltspunkt ist die Brut­to­miet­ren­di­te: Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis, multipliziert mit 100. Bei einer Wohnung für 300.000 Euro und einer Jahreskaltmiete von 10.800 Euro ergibt das eine Brut­to­miet­ren­di­te von 3,6 Prozent. Als Faustregel gilt eine Brut­to­miet­ren­di­te ab etwa 3 bis 4 Prozent als solide; darunter lohnt sich die Investition oft erst durch eine besonders werthaltige Lage. In unserem Ratgeber informieren wir Sie detailiert, wie Sie die Mietrendite berechnen.

Haus verkaufen als Altersvorsorge

Ob neu gekauft oder über Jahrzehnte abbezahlt: Eine Immobilie lässt sich bis ins hohe Alter selbst bewohnen und anschließend zum vollen Marktwert verkaufen. Der Erlös steht danach ohne Wertabschlag zur Verfügung und lässt sich flexibel einsetzen – etwa zur Miete einer barrierefreien Wohnung, für den Kauf einer kleineren Ei­gen­tums­woh­nung oder als zusätzliche Geldanlage, die laufende Erträge fürs Alter erwirtschaftet.

Vorteile Nachteile
Voller Marktwert als Erlös Nach dem Verkauf fallen wieder Mietkosten an
Hohe Flexibilität bei der weiteren Verwendung des Kapitals Höhe des Erlöses hängt vom Marktzeitpunkt ab
Keine In­stand­hal­tungs­pflich­ten mehr nach dem Verkauf Vertrautes Wohnumfeld geht verloren

Wer sich nicht vollständig von der Immobilie trennen möchte, kann alternativ auch nur einen Anteil verkaufen (Teilverkauf): Üblich sind bis zu 50 Prozent, die an einen spezialisierten Anbieter gehen und als Einmalzahlung ausgezahlt werden. Für den verkauften Anteil zahlt der Eigentümer ein monatliches Nutzungsentgelt, bleibt aber im Grundbuch als Miteigentümer eingetragen und kann die Immobilie weiter bewohnen.

Vorteile Nachteile
Einmalzahlung ohne Auszug Laufendes Nutzungsentgelt
Weiterhin Miteigentümer Nur ein Teil des Werts wird sofort liquide
Geeignet für konkrete Anschaffungen oder Sanierungen

Im­mo­bi­li­en­ver­ren­tung

Wer im gewohnten Zuhause wohnen bleiben möchte und dafür bereit ist, einen niedrigeren Gesamterlös in Kauf zu nehmen, kann seine Immobilie auch verrenten: Der Eigentümer verkauft sein Haus oder seine Wohnung, sichert sich vertraglich ein lebenslanges Wohnrecht und erhält den Kaufpreis in monatlichen Raten (Leibrente) oder über einen befristeten Zeitraum (Zeitrente) statt als Einmalbetrag. Eine Sonderform ist die Umkehrhypothek, bei der die Immobilie beliehen statt verkauft wird.

Vorteile Nachteile
Lebenslanges Wohnrecht im vertrauten Zuhause Deutlich geringerer Gesamterlös als beim klassischen Verkauf
Zusätzliches monatliches Einkommen Wenige spezialisierte Anbieter
Entlastung von größeren In­stand­hal­tungs­pflich­ten Erben gehen bei reiner Leibrente meist leer aus
Geschäftsführerin Katharina Heid

Für Ehepaare rechnet sich eine Verrentung in der Regel kaum: Weil die gemeinsame Lebenserwartung länger ist, kalkulieren Anbieter die monatliche Rente entsprechend niedriger.

Ge­schäfts­füh­re­rin Katharina Heid

Nießbrauch

Beim Nießbrauch überträgt der Eigentümer die Immobilie – häufig im Rahmen einer Schenkung an die eigenen Kinder –, behält sich aber das lebenslange Nutzungsrecht vor. Anders als bei der Verrentung erhält er den Gegenwert nicht in Raten, sondern profitiert von steuerlichen Vorteilen bei der Schenkung- oder Erbschaftsteuer.

Vorteile Nachteile
Steuerliche Vorteile bei Schenkung oder Erbschaft Kein Verkaufserlös in Raten
Lebenslanges Nutzungsrecht bleibt bestehen Laufende Kosten trägt weiterhin der Nieß­brauch­be­rech­tig­te

Reicht eine Immobilie als Altersvorsorge aus?

Mietfrei zu wohnen ist ein spürbarer finanzieller Vorteil, ersetzt aber kein laufendes Einkommen für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeit. Wer sein gesamtes Vermögen in eine einzige Immobilie steckt, geht zudem ein Klumpenrisiko ein: Verliert das Objekt an Wert oder wird ein unerwarteter Verkauf nötig, fehlt die Risikostreuung, die etwa ein breit aufgestelltes Wertpapierdepot bietet. Eine Immobilie sollte daher als ein Baustein neben weiteren Vorsorgeformen betrachtet werden, etwa der gesetzlichen Rente, einer betrieblichen Altersvorsorge oder einer privaten Ren­ten­ver­si­che­rung.

Fazit: Ist eine Immobilie eine gute Altersvorsorge?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Ob sich eine Immobilie als Altersvorsorge für Sie lohnt, hängt von Finanzierung, Lage und persönlicher Situation ab. Die folgende Ge­gen­über­stel­lung fasst zusammen, wann sie sich eignet und wann eher nicht:

Eine Immobilie ist in der Regel eine gute Altersvorsorge, wenn:

  • die Finanzierung spätestens zum Renteneintritt vollständig getilgt ist,
  • die Lage stabil ist und auch künftig eine gute Nachfrage erwarten lässt,
  • ausreichend Rücklagen für Instandhaltung und altersgerechte Umbauten eingeplant sind,
  • die Immobilie nicht das gesamte Vermögen bindet, sondern eine von mehreren Vorsorgeformen bleibt.

Eher ungeeignet ist eine Immobilie als Altersvorsorge, wenn:

  • die Finanzierung erst nach Renteneintritt ausläuft und die Rate dann kaum noch tragbar ist,
  • kurzfristig Liquidität wichtiger ist als langfristiger Vermögensaufbau – anders als ein Wertpapierdepot lässt sich eine Immobilie nicht kurzfristig und ohne Wertabschlag zu Geld machen,
  • die Lage unsicher ist oder mit sinkender Nachfrage zu rechnen ist, sodass Wertentwicklung und Vermietbarkeit auf der Kippe stehen,
  • kaum Eigenkapital für Kaufnebenkosten und Rücklagen vorhanden ist und die gesamte Finanzierung über Kredit laufen müsste.

Das sollten Sie in jedem Fall beachten: Rechnen Sie realistisch statt optimistisch: Kalkulieren Sie Kaufnebenkosten, Instandhaltung und eine mögliche An­schluss­fi­nan­zie­rung mit ein. Prüfen Sie, ob Lage und Grundriss auch mit eingeschränkter Mobilität noch funktionieren. Lassen Sie sich professionell begleiten: Unsere erfahrenen Makler unterstützen Sie sowohl beim Kauf der passenden Immobilie als Kapitalanlage, als auch beim Verkauf oder der Vermietung Ihrer Immobilie.

André Heid
Heid Im­mo­bi­li­en­mak­ler - Kontakt Fundierte Markt­wert­ermitt­lung und professionelle Vermarktung von Wohn- und Ge­wer­be­im­mo­bi­li­en

Häufige Fragen zu Immobilien als Altersvorsorge

In diesem Abschnitt beantworten wir oft gestellte Fragen zur Altersvorsorge mit Immobilien.

Welche Vorteile bietet eine Immobilie als Altersvorsorge?

Die wichtigsten Vorteile sind mietfreies Wohnen beziehungsweise laufende Mieteinnahmen im Ruhestand. Hinzu kommt ein gewisser In­fla­ti­ons­schutz durch den Sachwert. Zudem bauen Eigentümer über die Jahre häufig mehr Vermögen auf als vergleichbare Mieterhaushalte. Ein weiterer Vorteil ist die Wohnstabilität: Als Eigentümer können Sie im vertrauten Umfeld bleiben, ohne Kündigung oder Eigenbedarf fürchten zu müssen, wie es Mietern passieren kann.

Welche Risiken sind mit einem Haus als Altersvorsorge verbunden?

Zu den größten Risiken zählt ein möglicher Wertverlust, etwa durch eine Region, die an Attraktivität verliert, oder durch bauliche Mängel. Auch unerwarteter Sa­nie­rungs­be­darf ist riskant, wenn dafür keine ausreichenden Rücklagen gebildet wurden. Hinzu kommt die geringe Liquidität: Anders als ein Wertpapierdepot lässt sich eine Immobilie nicht kurzfristig und ohne Wertabschlag zu Geld machen. Wer vermietet, trägt zusätzlich das Risiko von Leerstand und Mietausfällen. Und wer sein gesamtes Vermögen in eine einzige Immobilie steckt, geht ein Klumpenrisiko ein.

Reicht eine abbezahlte Immobilie als Altersvorsorge aus?

Eine schuldenfreie Immobilie schafft finanzielle Sicherheit im Ruhestand, da keine Miet- oder Kreditzahlungen mehr anfallen. Für laufende Le­bens­hal­tungs­kos­ten reicht sie allein aber meist nicht aus. Zusätzliches Kapital lässt sich bei Bedarf über Verkauf, Teilverkauf oder Vermietung freisetzen.

Ab wann sollte die Immobilie zur Altersvorsorge abbezahlt sein?

Dient das Haus oder die Ei­gen­tums­woh­nung als Altersvorsorge, sollte die Finanzierung spätestens zum geplanten Renteneintritt vollständig getilgt sein. Wer heute mit 40 oder 45 Jahren kauft, sollte die Tilgung entsprechend auf 20 bis 25 Jahre auslegen, idealerweise mit einer anfänglichen Tilgungsrate von mindestens 3 Prozent.

Was ist besser: Immobilie im Alter verkaufen oder verrenten?

Ein klassischer Verkauf erzielt in der Regel den höheren Gesamterlös, da kein Wohnrecht den Wert mindert. Eine Verrentung lohnt sich vor allem, wenn der Verbleib im vertrauten Zuhause wichtiger ist als der maximale Verkaufspreis.

Wird Eigentum auf die Rente angerechnet?

Die gesetzliche Rente wird durch eine eigene Immobilie nicht gekürzt. Relevant werden kann Wohneigentum jedoch bei staatlichen Zu­satz­leis­tun­gen wie der Grundsicherung im Alter: Eine selbst genutzte Immobilie in ortsüblicher Größe gilt dabei in der Regel als Schonvermögen, ein deutlich über­durch­schnitt­lich großes oder teures Objekt kann jedoch geprüft werden. Mieteinnahmen aus einer vermieteten Immobilie zählen zudem als Einkommen und wirken sich auf solche Zu­satz­leis­tun­gen aus.